Neobroker im Aufwind, doch Krisen zwingen Anleger zum Umdenken

Online Brokerage Monitor 2026
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Viktoria Becker

Public Relations

Dirk Sperrfechter
Dirk Sperrfechter

Senior Director Global Business Development, Kantar Experience Management

Artikel

Online Brokerage Monitor 2026: Der deutsche Markt für digitale Geldanlage befindet sich in einer Phase tiefgreifender Veränderungen.

Der deutsche Markt für digitale Geldanlage befindet sich in einer Phase tiefgreifender Veränderungen. Neobroker bauen ihre Stellung weiter aus, Robo Advisors gewinnen deutlich an Relevanz – und der Wettbewerb um die digitale Anlegerbeziehung verschärft sich. Während sich das Neobroker-Segment durch eine hohe Marktkonzentration auszeichnet, reagieren deutsche Anleger zunehmend aktiv auf die volatile Wirtschaftslage. Das zeigt der Online Brokerage Monitor 2026 von Kantar, eine der umfassendsten Studien zur Entwicklung des Online Investierens in Deutschland.

Polarisierung und klare Gewinner

Der Markt der Neobroker bleibt stark konzentriert. Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen eine klare Polarisierung: Während es einzelnen Anbietern nicht gelingt, die notwendige Skalierung zu erreichen, bauen die Marktführer ihre Stellung weiter aus. Trade Republic festigt ihre Führungsposition, gefolgt von ING und den Sparkassen, und steht erstmals an der Spitze der meistgenutzten Broker unter Online Investoren. Auch Anbieter wie Revolut und eToro steigern ihre Bekanntheit und Nutzung deutlich, und werden insbesondere von jüngeren Zielgruppen genutzt. Im Durchschnitt nutzen Online-Anleger heute 2,4 Wertpapieranbieter. Mehr als jeder zweite Online Investor im Alter von 18 bis 49 Jahren nutzt inzwischen einen Neobroker. Gleichzeitig zeigt der Monitor eine klare Polarisierung: Während einzelne Marken stark wachsen, gelingt es vielen Anbietern nicht, ausreichend Reichweite und Nutzung zu skalieren.

Trade Republic ist in allen Altergruppen führend. Die größte Markenbekanntheit erreicht der Anbieter bei den über 50-jährigen

Krisen-Reaktion: Online-Anleger werden aktiver

Der aktuelle Monitor liefert zudem spannende Einblicke, wie Krisen (z.B. globale Entwicklungen, Inflation und geopolitische Konflikte) das Anlagenverhalten prägen. Die Daten zeigen: Online-Investoren sind deutlich reaktionsfreudiger als Anleger, die auf den klassischen, offline-basierten Handel setzen.

„Der Markt wächst nicht in der Breite, sondern konzentriert sich auf wenige klare Gewinner – allen voran Trade Republic, die ihre Führungsposition konsequent ausbaut. Krisenzeiten sind für viele Online-Anleger kein Grund zur Passivität, sondern ein Impuls zum Handeln“, erklärt Dirk Sperrfechter von Kantar.

Die Ergebnisse verdeutlichen drei zentrale Trends bei der Krisenbewältigung:

  • Hohe Transaktionsdynamik: Online-Investoren reagieren signifikant häufiger mit Wertpapiertransaktionen (Käufe und Verkäufe) auf Krisensignale als offline agierende Anleger.
  • Die „Flucht in die Sicherheit“: Ein wichtiges Korrektiv zum aktiven Handel ist die Absicherung. Rund ein Drittel der Anleger hat bereits Wertpapiere verkauft und Kapital in sichere Anlageformen wie Tages- oder Festgeld umgeschichtet.
  • Strategische Anpassung: Neben Umschichtungen bleibt das Interesse an Wertpapier-Sparplänen hoch – sie dienen weiterhin als wesentlicher Baustein der langfristigen Vermögensbildung, auch in unsicheren Zeiten.

Robo Advisors: Vom Nischenangebot zum relevanten Baustein

Parallel dazu gewinnen Robo Advisors spürbar an Bedeutung. Die Studie zeigt eine steigende Bekanntheit und Nutzung mehrerer Plattformen. Digitale Vermögensverwaltung etabliert sich zunehmend als Ergänzung oder Alternative zur klassischen Beratung – insbesondere für Anleger, die eine Ergänzung zur klassischen Beratung suchen oder eigenständig, aber automatisiert investieren möchten.

Insgesamt zeigt der Monitor ein Bild des Wandels: Über die Hälfte (51%) der Wertpapierbesitzer wickelt ihre Geschäfte inzwischen online ab, wobei der Trend eindeutig Richtung mobiles Trading per Smartphone geht. Online-Investoren zeigen dabei eine höhere Risikobereitschaft als Offline-Anleger.

Was den Markt aktuell bewegt

Der Online Brokerage Monitor 2026 macht mehrere strukturelle Trends sichtbar:

  • Wachsende Markenbekanntheit einzelner Neobroker bei gleichzeitig stagnierenden Reichweiten vieler Wettbewerber
  • Stark divergierende Nutzungsentwicklungen: wenige Gewinner, viele Anbieter mit begrenzter Skalierung
  • Zunehmende Relevanz von Robo Advisors
  • Neue Chancen für Banken und FinTechs, sich strategisch zu positionieren

Über den Online Brokerage Monitor 2026

Der Online Brokerage Monitor 2026 basiert auf einer repräsentativen Befragung von Online sowie Offline - Investoren in Deutschland. Analysiert werden Bekanntheit, Nutzung, Kundenbindung und Trends im Zeitverlauf – differenziert nach einzelnen Anbietern. Die Ergebnisse liefern belastbare Entscheidungsgrundlagen für Produktentwicklung, Marketing, Vertrieb und strategische Planung.

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