Diskriminierung führt zu Versorgungslücken

Kantar Diva Report 2026
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Viktoria Becker

Public Relations

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Jede dritte LGBTQIA+-Frau in Deutschland verschiebt medizinische Behandlung. Die neue Studie von Kantar, DIVA Charitable Trust und The Curve Foundation zeigt: Sich im öffentlichen Raum unsicher zu fühlen, ist für LGBTQIA+-Frauen eine weit verbreitete Erfahrung.

Diskriminierung hat für viele LGBTQIA+-Frauen in Deutschland konkrete Folgen für ihre Gesundheit. Laut einer neuen Studie von Kantar, dem DIVA Charitable Trust und der The Curve Foundation hat jede dritte LGBTQIA+-Frau aufgrund negativer Erfahrungen oder aus Angst vor Diskriminierung medizinische Behandlungen verschoben oder ganz vermieden.
Die Ergebnisse basieren auf einer internationalen Befragung von mehr als 3.200 LGBTQIA+-Frauen und nicht binären Menschen in fünf Ländern. Die Studie zeichnet ein deutliches Bild der anhaltenden systemischen Barrieren, mit denen die Community konfrontiert ist.

Anlass der Veröffentlichung ist die Lesbian Visibility Week, die weltweit auf die Sichtbarkeit und Lebensrealitäten von LGBTQIA+-Frauen aufmerksam macht. In Deutschland geben 36 Prozent der Befragten an, Diskriminierung im Gesundheitswesen erlebt zu haben. Viele berichten, sie seien von medizinischem Fachpersonal nicht ernst genommen, missverstanden oder abgewiesen worden – allein aufgrund ihrer Identität.

Diskriminierung beschränkt sich dabei nicht auf den Gesundheitssektor. Rund ein Viertel der Befragten gibt an, auch in kommerziellen Umfeldern benachteiligt worden zu sein. Gleichzeitig fühlen sich viele im öffentlichen Raum nur eingeschränkt sicher – etwa in öffentlichen Verkehrsmitteln (24 Prozent), in Cafés, Restaurants, Bars und Clubs (19 Prozent) oder generell in öffentlichen Bereichen (22 Prozent).

Petra Dittrich, Managing Director CX bei Kantar Deutschland, erklärt:
„LGBTQIA+-Frauen und nicht binäre Menschen sind weiterhin unterrepräsentiert und werden häufig übersehen. Ihre Erfahrungen sind oft geprägt von bedingter Sicherheit, ungleichem Zugang zur Gesundheitsversorgung und der Notwendigkeit, sich in Systemen zurechtzufinden, die nicht für sie gedacht sind. Die Lebensrealitäten dieser Community zu verstehen, ist entscheidend für eine gerechtere Zukunft, denn wer in Daten unsichtbar ist, bleibt auch in Entscheidungen unsichtbar. Diese Ergebnisse verdeutlichen die menschlichen Folgen eindrücklich. Gerade im Gesundheitswesen können inklusive Praktiken einen enormen Unterschied machen, sowohl für die gefühlte Sicherheit als auch für einen tatsächlichen Zugang zu notwendiger Versorgung. Und auch für Unternehmen gilt: Neben einem klar belegten Business Case für Inklusion haben sie die Möglichkeit, gesellschaftliche Debatten mitzugestalten und echten Fortschritt zu bewirken.“

Auch Lady Phyll, Executive Director des DIVA Charitable Trust, ergänzt:
„Diese Studie erzählt eine zutiefst menschliche Geschichte darüber, was passiert, wenn Sichtbarkeit noch immer an Bedingungen geknüpft ist. Wenn mehr als jede dritte Person medizinische Versorgung aufschiebt, weil sie Diskriminierung fürchtet, geht es längst nicht mehr um symbolische Inklusion – sondern um Menschen, die lebenswichtige Entscheidungen treffen, um sich zu schützen. Die Lesbian Visibility Week existiert, weil LGBTQIA+-Frauen und nicht binäre Menschen in Daten, Medien, Führungspositionen und Förderstrukturen nach wie vor zu oft unsichtbar sind. Unsere Aufgabe ist es, Kultur zu verändern, Ungleichheit zu hinterfragen und die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass unsere Communities nicht nur gesehen werden, sondern wirklich aufblühen können.“

Der vollständige Bericht sowie weitere Informationen zur Studie sind abrufbar unter:
https://www.kantar.com/campaigns/kantar-diva-report.

Über den DIVA Charitable Trust

DIVA ist die einzige Wohltätigkeitsorganisation im Vereinigten Königreich, die sich gezielt auf LGBTQIA+-Frauen und nicht binäre Menschen konzentriert. Seit über 30 Jahren erzählt DIVA kraftvolle Geschichten von und für LGBTQIA+-Frauen und nicht binäre Menschen. Ziel der Organisation ist es, eine Bühne für Talente zu bieten, die Community in ihrer ganzen Vielfalt sichtbar zu machen und als starke Stimme soziale Veränderungen voranzutreiben – mit dem Anspruch, zu einer gerechteren und inklusiveren Welt für alle LGBTQIA+-Menschen beizutragen. Durch diese Arbeit möchte DIVA helfen, eine Gesellschaft zu gestalten, von der letztlich alle profitieren.

Über The Curve Foundation

Mit der The Curve Foundation und dem Magazin Curve wird eine wichtige Verbindung zwischen vergangenen und aktuellen gesellschaftlichen Debatten geschaffen. Während das Curve Magazine Geschichten aus der Community erzählt, erweitert die Stiftung diese Mission durch generationsübergreifende Programme, Community Aufbau und Initiativen zur Förderung der nächsten Generation von LGBTQIA+-Journalist*innen.

Methodik

Kantar DIVA Curve Studie 2026
Befragung von 3.212 LGBTQIA+-Frauen und nicht binären Menschen in Großbritannien, den USA, Indien, Südafrika und Deutschland.
Durchführung: Februar 2026.

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